Unsere ersten Eindrücke

Eine Weile ist es her, seitdem wir das letzte Mal geschrieben haben. 

Viele Nachrichten haben uns erreicht: Wie geht es uns? Wie sind so die ersten Eindrücke?

Also bezüglich der ersten Frage in Kurzform: Uns geht's prima.


Und jetzt die lange Version:


Nach 3 Tagen in der Hauptstadt Accra, wo wir uns einen ghanaischen Ausweis und eine SIM-Karte besorgt haben, ging es weiter nach Bolgatanga. 



Dort angekommen wurden wir sehr herzlich von Sister Bernardine, unsere Ansprechpartnerin aka Chefin aka Herzensmensch, empfangen.


Außerdem wohnt sie mit uns und 3 weiteren Ordensschwestern zusammen in einem großen Haus 20 Minuten Autofahrt entfernt von Bolgatanga. Wir haben beide ein eigenes Zimmer mit einem eigenen Bad und im Erdgeschoss gibt es eine Küche mit Esszimmer nur für uns. 


Rund ums Haus gibt es eine tolle Landschaft, in der wir gerne Spaziergänge machen. Dabei kommen wir aber auch immer ins Schwitzen, da das Wetter offensichtlich viel heißer ist als in Deutschland. Aber auch innerhalb Ghanas gibt es einen Unterschied. Als wir von Accra (ganz im Süden Ghanas) nach Bolgatanga (ganz im Norden Ghanas) gekommen sind, haben wir zu spüren bekommen, dass der Norden Ghanas nochmal heißer ist als der Süden. Es geht jetzt auf die Trockenzeit zu, aber es kommt immer noch zu ein paar Regenschauern, die die Luft ein paar Tage runter kühlen (ca. 24°). Sonst kann es auch mal 35° werden. So langsam gewöhnen wir uns aber schon an das Klima. 


An das Englisch hier müssen wir uns auch noch gewöhnen, da wir mit dem Englisch, das wir in der Schule gelernt haben, hier nicht sehr weit kommen. Viele Wörter werden anders ausgesprochen als wir es in der Schule gelernt haben. Das beste Beispiel dafür ist das englische Wort für „drei“, also „three“. Wir wurden durchaus schon irritiert angeschaut, wenn wir „three“ so ausgesprochen haben, wie wir es in der Schule gelernt haben. Es wurde bis jetzt aber immer schnell klar, dass wir mit „three“ eigentlich „tre“ meinen, wie es natürlich richtig ausgesprochen wird. ;) 


Kommen wir zu unserer Schule:

Wir waren jetzt schon drei volle Wochen in unserer Schule, die "Presentation Primary School". Dort sind wir in zwei unterschiedlichen Klassen. Marla ist in der ersten Klasse (P1) und Jiska in der zweiten Klasse (P2). In P1 sind die Schüler ca. 5-7 Jahre alt und lernen gerade schreiben und in P2 sind sie ca. 6-8 Jahre alt und vertiefen das lesen und schreiben.

Eine Klasse mit 50 Schülern, wie P1 und P2, gehört in Ghana zu den eher kleinen Klassen. Da das aber immer noch viel mehr ist, als wir aus Deutschland gewohnt sind, sind wir auch noch ziemlich überfordert. Zugegeben es 

geht schon teilweise über Tische und Bänke, aber wir haben  ja immer noch unsere Lehrer.

Leider gibt es bei so großen Klassen auch ein paar Schüler, die untergehen und im Stoff nicht mitkommen. Unser Ziel ist es genau solche Schüler aufzufangen und zu unterstützen. 

Die Kommunikation stellt sich im Umgang mit manchen Kindern als problematisch dar, weil diese zuhause wie üblich kein oder wenig Englisch sprechen und den Zeitpunkt verpasst haben es in der Vorschule („Kindergarden“) zu lernen. Zudem sind viele von diesen Schülern auch schüchtern oder introvertiert, sodass man sie erst ermutigen muss, es zu versuchen. 

Es ist aber wichtig zu betonen, dass es sich bei diesen Schülern um einen kleinen  Prozentsatz handelt. Der Großteil der Schüler ist sehr neugierig und interessiert an uns und kommt auch ganz gut mit dem Unterrichtsstoff mit.

Die meisten Lehrer an unserer Schule sind noch sehr jung und diskutieren gerne lebhaft. An unserem ersten Tag an der Schule gab es in der ersten großen Pause eine Besprechung im Lehrerzimmer. Wir kennen deutsche Lehrerzimmer ja nur von außen, aber wir können uns nicht vorstellen, dass in einem deutschen Lehrerzimmer jemals so lautstark diskutiert wurde. Wir haben aber auch schnell gemerkt, dass es sich nicht um einen Streit handelt, sondern nur um eine kollegiale Diskussion.


Was haben wir sonst noch so gemacht: 

Wir haben ein paar Vokabeln in Frafra gelernt, die wir auch regelmäßig in Smalltalks anwenden können. 

La a wayne? =Wie geht's dir? 

La a so= mir geht's gut 

Da die Menschen hier in Kongo aber Nabt sprechen, was sich ein wenig von Frafra unterscheidet, macht es uns nicht gerade leichter. 


Das Essen hier haben wir auch schon probiert. (Kochbananen sind super lecker) und Reisbällchen mit Erdnusssuppe selbst gekocht (okay eigentlich hat Bernardine alles gemacht ;)). 


Wir sind in Bolgatanga über den Markt gelaufen, wo es echt alles gibt, was man brauchen könnte, und haben mehr oder weniger erfolgreich versucht zu verhandeln. 



So und jetzt, das wichtigste: Unsere neue ghanaische Frisur:













Das waren erstmal unsere ersten Eindrücke und Erfahrungen.

Bis bald, Marla und Jiska 


PS: Greetings to you too, Emmanuel.



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